Krisenwarnsystem

 

Informationen › Management › Krisenmanagement › Krisenwarnsystem

 

 

Warum benötigen mittelständische Unternehmen ein Krisenwarnsystem?

 

Dieses Jahr werden voraussichtlich 35.000 kleine, mittelständische Unternehmen in die Insolvenz geraten. Diese Zahl wird sicherlich noch steigen. Zahlreiche Unternehmenszusammenbrüche wären jedoch vermeidbar, wenn Krisenanzeichen rechtzeitig erkannt worden wären. Ein Frühwarnsystem hilft Ihnen, Krisenanzeichen zu erkennen und die entsprechenden Gegenmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten.

Krisen entwickeln sich in der Regel über einen längeren Zeitraum. Werden die Anzeichen einer Krise nicht rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet, führen unter Umständen schon kleine Probleme im Laufe der Zeit zu ernsthaften Komplikationen. bis hin zur Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit.

Auch der Gesetzgeber hat diese Gefahr erkannt und auf Grund einer Vielzahl von Unternehmenszusammenbrüchen zu Beginn der 90'er Jahre für Aktiengesellschaften und größere GmbHs in 1998 das "Gesetz über Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich" (KonTraG) erlassen. Die betroffenen Unternehmen werden dazu verpflichtet, ein Überwachungssystem einzuführen zur Früherkennung und zu Abwehr von Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

Zusätzliches Gefahrenpotential kommt hinzu, wenn äußere, plötzlich eintretende Einflüsse auf bereits geschwächte Unternehmen einwirken - wie beispielsweise die seit Mitte des Jahres 2008 herrschende Wirtschaftskrise.  Handeln Sie deshalb umgehend. Je früher Ihre Maßnahmen gegen Krisen einsetzen, umso leichter werden Sie den Verlauf der Krise in den Griff bekommen.

Oder würden Sie sich in einem PKW ohne Temperatur- und Tankanzeige wohlfühlen?

 

Eine Krise verläuft in 3 Phasen:

  • Strategische Krise
  • Erfolgs- und Ertragskrise
  • Existenzbedrohende Krise

Für alle drei Phasen gibt es geeignete Mittel zu deren Früherkennung, auf die wir auf den folgenden Seiten näher eingehen wollen.

  

Phase 1: Strategische Krisen

 

Frühe Signale einer drohenden Krise sind u.a.

  • Organisationsmängel
    Es fehlen klare Strukturen und Verantwortlichkeiten mit Stellenbeschreibungen
     
  • Qualitätsprobleme
    Es fehlen konkrete Verfahrensanwesiungen. Die Arbeit wird nach dem Motto "der eine macht das so, der andere macht das ganz anders" erledigt.
     
  • Informationsdefizite der Geschäftsleitung
    Die Geschäftsleitung kennt die wichtigsten Kennzahlen nicht.
     
  • Fehlende Unternehmensstrategie
    Es gibt keine mittel- und langfristigen Ziele und ebenso keine Planung zur Erreichung der Ziele.
     
  • Vertriebskonzept
    Das Unternehmen hangelt sich von Auftrag zu Auftrag. Es gibt keine Marktbearbeitungsstrategie.
     
  • Fehlender Soll/Ist-Vergleich
    Es gibt zwar Planziele, jedoch kein Abgleich der Planzahlen mit den IST-Zahlen sowie eine Analyse der Abweichungen.
     

 

Sammeln Sie auch Informationen im Umfeld und in Ihrem Unternehmen. Dazu zählen  z.B. Wirtschaftswachstum, zur Nachfrage nach bestimmten Produkten etc. Noch wichtiger sind Informationen, die sich nicht in Zahlen fassen lassen, z.B. sich ändernde Kundenwünsche, neue Gesetze, sich verschlechterndes Betriebsklima unter den Mitarbeitern. Sie als Unternehmer sollten diese Signale wahrnehmen, interpretieren und Ihre Schlüsse daraus ziehen.

 

Phase 2: Erfolgs- und Ertragskrisen

 

Kleine mittelständische Unternehmer (KMU's) neigen zu der Auffassung, sämtliche wichtigen Kennzahlen ihres Unternehmens zu kennen und im Griff zu haben. So lange keine wesentlichen Veränderungen eintreten, mag das durchaus zutreffend sein, denn eine kontinuierliche Entwicklung lässt sich auch anhand der meist mit wochenlanger Verspätung vorliegenden BWA erkennen. Sie erfahren zwar, ob sich die Zahlen besser oder schlechter entwickeln, ob das Unternehmen gut oder schlecht dasteht, erfahren Sie jedoch nicht. Ein in die Zukunft gerichteter Soll-/Ist-Vergleich ist nicht möglich.

Warnsignale für die zweite Krisenphase erhalten Sie durch geeignete Controlling-Instrumente. Während Warnsysteme für Strategiekrisen in kleinen Unternehmen nur mit großem Aufwand zu realisieren sind, lassen sich geeignete Controlling-Instrumente in jedem Unternehmen installieren.

 

Signale von außerhalb des Unternehmens

  • Kunden
    Stammkunden wechseln zum Wettbewerber
    Vermehrte Kundenreklamationen
    Hoher Forderungsbestand, schlechte Zahlungsmoral der Kunden, Forderungsausfälle
    Verluste von Marktanteilen und Absatzverluste
     
  • Lieferanten
    Schlechte Lieferkonditionen
    Kürzung von Zahlungszielen, häufigere Mahnungen und Lieferungen nur gegen Vorkasse
    abnehmende Liefertreue
     
  • Bank
    Schlechtere Zahlungskonditionen
    Häufigere Rückfragen
    Forderung von mehr  Sicherheiten
     
  • Markt
    Zunehmender Preisdruck
    Verlust von Marktanteilen
    Zunehmender Wettbewerbsdruck
    Bessere Produkte des Wettbewerbs

 

Signale aus dem Unternehmen

  • Geschäftsleitung
    Persönliche Differenzen unter den Verantwortlichen
    Rigoroses Festhalten an unhaltbaren Strukturen: "Wir haben das immer so gemacht"!
    Arbeiten bis zur Erschöpfung ohne erkennbaren Erfolg
     

  • Finanzen
    Keine termingerechte Begleichung von Rechnungen
    Überziehung der Kreditlinie
    Ausgaben übersteigen die Einnahmen
    Zins- und Tilgungsleistungen können nicht mehr aufgebracht werden
    Sinkendes Eigenkapital
     
  • Produktion
    Schlechte Auslastung
    Qualitätsprobleme
     
  • Controlling
    Keine aktuellen Zahlen vorhanden
    Finanzplanung und Kalkulation werden nur mangelhaft durchgeführt oder gar nicht
     
  • Vertrieb
    Umsätze sinken
    Vertreter kündigen 

 

Phase 3: Existenzbedrohende Krise

 

  • Liquidität
    Die Kreditlinien sind ausgeschöpft
    Die Summe überfälliger Rechnungen steigt permanent
    Rückstände beim Finanzamt und den Krankenkassen
    Rückstände bei Löhnen und Gehältern
    Keine Sicherheiten für neue Kredite vorhanden
     
  • Andere Merkmale
    Vertrauensverlust bei Kunden und Lieferanten
    Identifikationsverlust der Mitarbeiter
    Zunehmender Schriftverkehr mit den Banken
    Die Geschäftsführung wird zunehmend fremdbestimmt

 

War diese Seite hilfreich für Sie ? Haben Sie Fragen, Anregungen oder vermissen Sie etwas?

Schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.  info@kmu-web.eu

 

 << zurück                                                                                               weiter >>

 

Copyright 2009 by IT-Consult GbR