Was ist überhaupt eine Krise?
Alle reden von der nie dagewesenen Krise. Das mag zutreffend sein - oder auch nicht. Zumindest ist es eine Krise, wie sie die meisten von uns noch nicht erlebt haben. Vielen macht das Angst. Was kommt noch auf uns zu? Die Ungewissheit plagt und lähmt uns. Doch die Dinge sehen anders aus, wenn man den Blickwinkel ändert.
„Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“, so der Schriftsteller Max Frisch. Die nie dagewesene Krise ist eine nie dagewesene Chance! Krise bedeutet: Altes muß weichen, damit Neues entstehen kann. In solch einer spannenden Zeit leben wir. Die Karten werden neu gemischt. Es gibt kaum eine bessere Zeit, zu handeln.
Viele Unternehmer meinen, dass sich ein Unternehmen in der Krise befindet, wenn Umsätze einbrechen und Forderungsausfälle die eigene Liquidität auf ein gefährliches Maß bis hin zur Zahlungsunfähigkeit verringern. Dem ist nicht so! Von wenigen Ausnahmen abgesehen haben Krisen einen längeren Vorlauf. Treten wir also mal etwas abseits und betrachten wir ein Unternehmen aus der Vogelperspektive. Nehmen wir sämtliche Bereiche unter die Lupe und entdecken wir, was gut ist und was noch verbessert werden sollte.
Haben Sie es bemerkt? Damit haben wir bereits den ersten Schritt gemacht, um besser zu sein als Andere.
Falls Sie das Gefühl haben, dass es bereits brennt, befreien Sie sich von dem Gedanken, der Situation hilflos ausgeliefert zu sein. Sie können eine ganze Menge tun. Werden Sie sich bewusst, dass ...
- viele Menschen schon erfolgreich ihre Krisen bewältigt haben; es gibt grundsätzlich einen Ausweg. Andere haben ihn gefunden und Sie werden ihn auch finden.
- der Ärger zu verbannen ist, weil Ärger alles nur noch ärger macht und die Situation in keiner Weise zu verbessern geeignet ist. Wir schwächen uns nur selbst, wenn wir uns ärgern. Wir können uns es überhaupt nicht leisten, uns zu ärgern.
- Vorwürfe, Fehler gemacht zu haben, kontraproduktiv sind. Geben Sie sich die Chance, als falsch erkanntes Verhalten zukünftig zu vermeiden.
Beachten Sie die psychologische Seite der Krise. Es ist wichtig, auch die emotionale Seite aller Beteiligten in sämtliche Maßnahmen mit einzubeziehen.
Wann befindet sich ein Unternehmen in der Krise ?
Entgegen weitläufiger Meinung befindet sich ein Unternehmen nicht erst dann in der Krise, wenn es fällige Verbindlichkeiten nicht mehr fristgerecht begleichen kann. Dann ist nämlich bereits der Tatbestand der Zahlungsunfähigkeit gegeben. Ein Unternehmen befindet sich bereits dann in einer kritischen Situation, wenn es Einflüssen nicht mehr begegnet oder begegnen kann, die es aus dem bilanziellen Gleichgewicht werfen.
Warum ist die Krise eine Chance ?
Erinnern wir uns an die Ursachen der Krise, die unter anderem in einem Ungleichgewicht der Bilanzen großer Staaten liegt. Während Länder mit Exportüberschuss riesige Summen von Kapital im Ausland anlegen mussten, waren die USA mit ihrem überdurchschnittlichen Konsum auf solche Investitionen angewiesen. Es entstanden die berüchtigten Blasen im Finanzmarkt. Jahrelange Eingriffe in den Markt verursachten zudem den Aufbau von industriellen Überkapazitäten. Die zweifellos notwendigen Konjunkturpakete haben sicher das Schlimmste verhindert, die eigentlichen Ursachen der Krise wurden jedoch noch nicht einmal ansatzweise beseitigt.
Sicher haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum manche Unternehmen besser durch die Krise kommen als andere. Die im Laufe dieses Jahres eingetretenen Insolvenzen zeigen, dass auch Großkonzerne nicht dagegen gefeit sind, Schiffbruch zu erleiden. In diesen Unternehmen ist etwas falsch gelaufen bzw. Andere haben es eben besser gemacht. Genau darum geht es: Besser sein als Andere. Doch wie macht man das ?